Hyper-V: Verkleinern einer virtuellen VHD Festplatte

Verkleinern einer VHD-Festplatte

Es besteht die Möglichkeit eine vorhandene virtuelle Festplatte mit einer fixen Größe zu verkleinern und auch in eine dynamische Festplatte umzuwandeln. Hierfür benötigt man Windows 7 oder ein Windows Server 2008 Betriebssystem, damit die virtuelle Festplatte in das System eingebunden werden kann. Das verkleinern der virtuellen Festplatte erfolgt anschließend durch das Tool „VHD Resizer“). Dieses Tool sollte, bevor mit dieser Anleitung gearbeitet wird, installiert werden.

Für diese Anleitung habe ich eine virtuelle Festplatte mit einer fixen Größe von 20 GB. Wichtig ist, dass die virtuelle Maschine für diese Schritte ausgeschaltet sein muss!

Ursprüngliche Größe der virtuellen Festplatte:

  1. Die Computerverwaltung aufrufen:
    Unter Start -> Ausführen „compmgmt.msc“ eingeben und mit „OK“ oder mit der Eingabetaste bestätigen, oder alternativ per Rechtsklick auf Computer und auf Verwalten klicken.
  2. Virtuelle Festplatte einbinden:
    Den Punkt Datenträgerverwaltung unter Datenspeicher mit der rechten Maustaste anklicken und den Punkt „Virtuelle Festplatte anfügen“ wählen.

    Nun die vorgesehene, virtuelle Festplatte auswählen und mit „OK“ bestätigen. Nun wird die Festplatte in das System eingebunden, wenn dies erfolgt ist, kann man auch diese in der Auflistung der Datenträger unter der Datenträgerverwaltung sehen.

  3. Virtuelle Festplatte: Volume verkleinern Als erstes muss das Volumen der Festplatte verkleinert werden. Die Verkleinerung erfolgt auf der Primären Partition der virtuellen Festplatte. Die Primäre Partition mit der rechten Maustaste anklicken und den Punkt „Volume verkleinern“ wählen.Nach dem Aufrufen des Punktes erscheint folgendes Fenster:
    Es wird automatisch der „größte“, zu verkleinernde Speicherplatz ermittelt. Es besteht natürlich die Möglichkeit den zu verkleinernden Speicherplatz zu verringern, aber hier in dieser Anleitung soll das höchstmögliche an Speicherplatz rausgeholt werden. Auf den Button „Verkleinern“ klicken und schon legt das System mit der Verkleinerung der Partition los.

    Nachdem die Partition verkleinert wurde, entsteht auf dem Datenträger unter der Datenträgerverwaltung ein neuer, nicht zugeordneter Bereich. Bei mir sind es 12.37 GB, die nicht zugeordnet sind. Um diesen „nicht zugeordneten“ Bereich freizustellen, benötigt man das Tool „VHD Resizer“.

    Zum Schluss, muss die virtuelle Festplatte wieder freigegeben werden und dieses erfolgt mittels einem Rechtsklick im linken Bereich, wo die Gesamtgröße der Festplatte steht und anschließend den Punkt „Virtuelle Festplatte trennen“ wählen. Das darauffolgende Fenster einfach mit „OK“ bestätigen (Achtung: Das Häkchen  auf „Datei für virtuelle Festplatte nach Entfernen des Datenträgers löschen“ nicht aktivieren!)

  4. Verkleinern des VHD-Containers mittels VHD Resizer
    Den VHD Resizer starten und im Dialog die zu bearbeitende, virtuelle Festplatte wählen. Nun erscheint ein neues Fenster mit dem Titel „VhdResizer“.
    An zweiter Stelle muss angegeben werden, wo die neue, verkleinerte, virtuelle Festplatte abgelegt werden soll. Hier bitte nicht die originale Festplatte überschreiben, damit man noch notfalls auf das virtuelle Betriebssystem zugreifen kann. Der Typ der virtuellen Festplatte kann hier entweder auf fest (Fixed) oder dynamisch (Dynamic) gewählt werden. Falls mit dem Hyper-V R2 gearbeitet wird, muss die Festplatte nicht zwingend erforderlich eine fest Größe haben, da sich die Performance der dynamischen Festplatte seit Hyper-V R2 verbessert hat.
    Ich stelle diese in meiner Anleitung auf dynamisch. Der letzte Schritt ist die Angabe der Festplattengröße. Die Größe muss immer um Wert 1 mehr sein, als im Fenster angezeigt wird, sonst kann man nicht fortfahren. Wenn alle Schritte beachtet wurden, kann nun auf den Button „resize“ geklickt werden. Dieser Vorgang geht recht flott durch, hängt natürlich auch von der Performance der Festplatte(n) ab.

    Wenn der Verkleinerungsvorgang durchgelaufen ist, kann man sich im vorher angegebenen Speicherpfad der zu verkleinernden Festplatte, die neue „verkleinerte“ Festplatte anschauen. Nun kann die neue Festplatte in die virtuelle Umgebung problemlos eingebunden werden.

Das starten von einer virtuellen Festplatte wird auf diesem System nicht unterstützt

Seit Windows 7 gibt es die Möglichkeit eine virtuelle Windows 7 Installation durchzuführen. Diese kann auf einer beliebigen Partition abgelegt werden. Die Installation des virtuellen Windows 7 Betriebssystems erfolgt in einer virtuelle Fesplatte, VHD Format. Es muss allerdings beachtet werden, dass nicht jede Windows 7 Version eine virtuelle Installation unterstützt. Folgende Windows 7 Versionen unterstützen diese Fuktion:

  • Windows 7 Ultimate
  • Windows 7 Enterprise

Folgende Windows 7 Versionen werden nicht unterstützt:

  • Windows 7 Starter
  • Windows 7 Home Basic
  • Windows 7 Home Premium
  • Windows 7 Professional

Natürlich kann man mit jeder Windows 7 Version eine virtuelle Windows 7 Installation durchführen, allerdings erscheint dann bei den nicht unterstützten Windows 7 Versionen folgende Meldung: Lizenzfehler: Das starten von einer virtuellen Festplatte wird auf diesem System nicht unterstützt.

Diese Meldung sagt eindeutig aus, dass das booten des virtuellen Windows 7 Betriebssystems unter der verwendeten Windows 7 Version nicht möglich ist.

Virtuelle Festplatte unter Windows 7 erstellen

Seit Windows 7 gibt es die Möglichkeit, virtuelle Festplatten in VHD Format zu erstellen. Diese virtuellen Festplatten können auf einer externen Festplatte, oder auch einem USB-Stick gespeichert und vom jedem Windows 7 Betriebssystem ins System eingebunden werden.

Um eine virtuelle Festplatte zu erstellen, sollte als erstes die Computerverwaltung aufrufen, hierfür gibt es 3 Möglichkeiten:

  1. Unter Start - Systemsteuerung - Verwaltung die Computerverwaltung öffnen
  2. Unter Start, Computer mit der rechten Maustaste betätigen und anschließend auf Verwalten klicken
  3. Die Tastenkombination Windowstaste + R drücken, somit erscheint das Ausführenfenster, dort compmgmt.msc eingeben und mit Enter bestätigen

Nachdem ein der drei oben genannten Schritte ausgeführt wurde, erscheint das Computerverwaltungsfenter

Computerverwaltung

Windows 7: Computerverwaltung

In der Computerverwaltung unter Datenspeicher, die Datenträgerverwaltung öffnen. Nach kurzer Wartezeit werden alle Festplatten und falls vorhanden auch die Wechseldatenträger aufgelistet. Nun im Menü unter Aktion, den Punkt Virtuelle Festplatte erstellen betätigen, somit öffnet sich ein neues Fenster.

Windows 7: Virtuelle Festplatte erstellen und anfügen

Windows 7: Virtuelle Festplatte erstellen und anfügen

Nun gibt es die Möglichkeit eine virtuelle Festplatte zu erstellen. Als erstes sollte der Speicherort für die virtuelle Festplatte angegeben werden, dieser kann durch den “Durchsuchen” Button ausgewählt werden. Nachdem der Speicherort ausgewählt worden ist, sollte die Größe der virtuellen Festplatte angegeben werden.

Zum Schluß bietet das System 2 Formate der virtuellen Festplatte an:

  1. Dynamisch erweiterbar: Durch dieses Format wird die Größe der virtuellen Festplatte auf eine fest maximale Größe erweitert, während Daten darauf gespeichert werden.
  2. Feste Größe: Für dieses Format wird die virtuelle Festplatte unabhängig von der darauf gespeicherten Datenmenge ein fester Speicherplatz verwendet.

Um diese beiden Methoden mit simplen Worten zu beschreiben:
Eine Dynamisch erweiterbare virtuelle Festplatte beansprucht auf dem Dateisystem wirklich nur so viel platz, wie viel auch tatsächlich auf der virtuellen Festplatte beansprucht wird. Beispiel: Eine virtuelle Festplatte die dynamisch erweiterbar ist, wird mit einer Größe von 20 GB erstellt. Auf dieser virtuellen Festplatte werden Datenmengen von 3 GB abgelegt, somit werden auch nur 3 GB auf dem Dateisystem beansprucht. Jedoch kann sich die dynamisch erweiterbare Festplatte nur bis zu 20 GB ausweiten.

Bei der virtuellen Festplatte mit der festen Größe, werden sofort die 20 GB auf dem Dateisystem beansprucht, egal ob sich auf der virtuellen Festplatte nur 3 GB Daten befinden.

Nachdem die virtuelle Festplatte erstellt wurde, landet diese in der Auflistung der Festplatten (mittlere Spalte, unten). Die neu erstellte virtuelle Festplatte wird zunächst als ein unbekannter und nicht initialisierter Datenträger aufgelistet.

Windows 7: Datentraegerverwaltung

Windows 7: Datentraegerverwaltung, Festplattenübersicht

Um diese neu erstellte virtuelle Festplatte dem System bekannt zu machen, muss diese erstmal initialisiert werden. Diese Datenträgerinitialisierung starte man, in dem auf den Datenträger 3 (die Zahl ist vom System zu System unterschiedlich, je nach Festplattenanzahl) mit der rechten Maustaste klicken und den Punkt Datenträgerinitialisierung wählen.

Windows 7: Datenträgerverwaltung, Festplatte initialisieren

Windows 7: Datenträgerverwaltung, Festplatte initialisieren

Nachdem auf die Datenträgerinitialisierung geklickt wurde, erscheint ein neues Fenster, welches einfach mit OK bestätigt wird. Zum Schluss muss der virtuellen Festplatte ein Laufwerksbuchstabe zugewiesen werden, dieses erfolgt ebenfalls mit einem rechtsklick auf den Datenträger 3 und dann auf “Neues einfaches Volume”

Datenträgerverwaltung: Neues einfaches Volume

Windows 7: Datenträgerverwaltung, neues einfaches Volume erstellen

Anschließend öffnet sich ein Assistent zum Erstellen neuer einfacher Volumes. Die virtuell erstellte Festplatte wird genauso behandelt, wie eine physische Festplatte in dieser Hinsicht.